Was tut mir gut?

Was tut mir gut?

Was tut mir gut?

Wir denken bei dieser Frage für gewöhnlich an Dinge oder Gegebenheiten, die wir zurzeit nicht haben. Und von denen wir glauben, dass sie uns ein Stück weit happy – ja und vielleicht sogar gesünder machen.

Ich bin allerdings der Meinung, dass es den meisten Menschen auf diesem Erdball gut tun würde, wenn sie Dinge oder Gewohnheiten reduzieren würden.

Vieles wächst regelrecht hinein in unser Leben und wie der Frosch im langsam heißer werdenden Suppentopf bemerken wir kaum noch, dass viele Dinge nicht nur nicht nötig wären, sondern uns sogar mehr stressen, zusätzlich belasten, oder von Wesentlichem abschneiden.

In meiner Wahlheimat Thailand haben die meisten Menschen noch vor 40 Jahren ohne Fernseher gelebt. Man baute während der Regensaison Reis an, danach wurde geerntet. Und nach erfolgter Ernte entspannte man. Für viele Monate.

Auf der Tagesordnung standen das Zubereiten von Speisen mit Zutaten aus eigenem Anbau, das tägliche Gespräch mit den Nachbarn, ein Mittagsschläfchen ein bisschen Handwerk und jede Menge Familienleben. Nicht zu vergessen, mehrmals monatlich ein Fest mit ausgiebig Musik und Tanz.

Laut Aussagen der älteren Bevölkerung waren das absolut zufriedene, ja glückliche Verhältnisse.

Man hatte nicht allzu viel Verwendung für Geld, denn es gab ja nicht viele Geschäfte, wo man es ausgeben konnte. Und der Begriff Armut war vollkommen unbekannt. Schließlich wusste man nicht, wie es woanders ist.

Aber als das Fernsehen Einzug hielt, lernte man eine völlig neue Welt kennen. Und man stellte erstaunt fest, dass es da offenbar eine Menge Menschen gibt, die wie Könige leben, zu denen man aufschaute und im Vergleich zu denen man augenscheinlich bitter arm, ja rückständig war.

Also stelle ich einmal die provokative Frage: Wer war besser dran der Reisbauer mit oder ohne Fernseher?

Wer war besser dran: die Teenies mit oder ohne Smartphone. Eine Gesellschaft mit oder ohne Internet? Verstehe mich nicht falsch, ich bin nicht jemand, der sich nach den Zuständen des Mittelalters zurück sehnt.

Meine Frage wäre schlicht: nutzen wir die modernen Errungenschaften so, dass wir durch diese neu gewonnenen Annehmlichkeiten zufriedener werden?

Dass sie uns zu mehr Lebensqualität verhelfen? Nutzen wir Technik so, dass wir es leichter haben, oder erlauben wir diesen Hilfsmitteln, unser Leben zu bestimmen?

Wie wäre es ideal?

Aus meiner Sicht ist diese Frage ganz einfach zu beantworten. Alles hat seinen Platz, seine Rangordnung im Leben.

Zuerst kommt die Verbindung zu anderen und zur Natur. Am besten in Kombination mit jeder Menge Bewegung.

Dann würde ich Entspannungsphasen, Stille, Innenschau, Meditation und auch ausreichend Schlaf sehen. Hochwertige Nahrungsmittel, liebevoll verarbeitet und mit Freude bzw Feunden eingenommen.

Und neben den vorhin bereits erwähnten körperlichen auch die richtige Dosis an geistig-mentalen Herausforderungen. Idealerweise mit einer erfüllenden Betätigung.

Und dann, wenn all diese wichtigen Punkte erfüllt sind, kann ich noch ein bisschen Fernsehen oder YouTube schauen, oder mich auf Facebook herumtreiben. Aber da werden sich wohl keine acht bis zehn Stunden Bildschirmtätigkeit mehr ausgehen.

Soviel Zeit verbringt ein Mensch in der westlichen Welt heute in der digitalen Sphäre. Und die Phasen des Sitzens – Tag für Tag – sind noch länger.

Würde man also das Tagesprogramm nach den Themen Sinn, Wohlbefinden und Gesundheit gewichten wäre ein völliges entfremdet Sein von der Natur und unserem Platz darin, ja, von unserem Platz in der Welt und unserem Potential als Mensch, undenkbar.

In  Thailand kannte man bis vor kurzem keinerlei Depressionen. Aber die ersten psychiatrischen Einrichtungen gibt es heute bereits und auch andere “Errungenschaften” des Westens, wie Fast Food oder Tiktok werden begeistert konsumiert.

Vor allem von den Jungen. Von denen, die sich gar nicht mehr vorstellen können, was für ein Luxus es ist, einen Mittagsschlaf halten zu können. Oder einmal 2 Stunden still an einem Fluss zu sitzen.

Es ist bekannt, dass hochentwickelte Tiere in Gefangenschaft erratische Verhaltensweisen entwickeln. Die Menschheit, die auf einem paradiesischen Planeten lebt, sperrt sich selbst freiwillig ein, und bemerkt das daraus zwangsläufig entstehende erratische Verhalten noch nicht einmal.

The best things in life are free. Und ich behaupte: die besten Heilmittel sind es auch: Wir brauchen nicht mehr Tabletten, Therapien und High Tech Medizin, sondern wir brauchen mehr Lachen, Bewegung, Spiel, Stille und Natur.

Wir brauchen saubere Luft, reines Wasser und eine ordentliche Brise Unbeschwertheit und das Vertrauen, dass die jedem Menschen eigenen, individuellen Kräfte und Fähigkeiten gebraucht werden.

Nicht für eine bessere Technik. Sondern für ein harmonischeres Miteinander.

Was tut DIR (nicht) gut?

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