soziales netz hält gesund

Das soziale Netz als Gesundheits-Turbo

Mit diesem batteriebetriebenen Touchscreen-Funkgerät in unserer Tasche sind wir nicht nur mit allem Wissen der Welt verbunden, sondern auch mit einer Unzahl von Menschen, die wir mehr oder weniger jederzeit und direkt kontaktieren können. Der Level an Verbundenheit ist also so hoch wie nie zuvor.

Leider geht es hier jedoch nicht um Quantität. Fast jeder wünscht sich heute eine tolle Einbauküche mit Kochinsel in der Mitte und diesem wunderbaren Kühlschrank aus Edelstahl. Es gibt also immer mehr von diesen Designer-Heim-Kochstudios.

Doch entgegen dem Trend wird nicht nur privat weniger gekocht, sondern es gibt vor allem auch weniger gemeinsame Essen mit Freunden und Familie. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Zahl derartiger Treffen halbiert. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl derjenigen Menschen, die sich sozial isoliert fühlen. Dies belegen zahlreiche Studien aus westlichen Ländern. Der Trend zur Single-Wohnung, die hohe Quote arbeitender Frauen und die schlechte Angewohnheit, vor laufendem Fernseher zu speisen, plus die exzessive Handynutzung sind deutliche Zeichen dieser Entwicklung.

Die bereits angesprochen, epidemisch ansteigenden Depressionserkrankungen sind möglicherweise ebenfalls auf solche Faktoren zurückzuführen. Schauen wir 200 Jahre zurück, so gab es in Europa weder eine nennenswerte Zahl an Krebserkrankungen noch an Depressionen.

Wäre es also eine Lösung, es wie die Amish (christliche Glaubensgemeinschaft im Osten der USA) zu machen, die es sich auferlegt haben, wie vor 300 Jahren zu leben, also ohne Stromnetz, Autos oder Computer? Wohl kaum. Intelligenter wäre es, mit den heutigen Errungenschaften richtig umzugehen. Aus gesundheitlicher Sicht machen die Amish aber zumindest eines absolut richtig: Sie räumen dem Interagieren in der Gemeinschaft einen sehr hohen Stellenwert ein.

Damit schließen Sie einen Risikofaktor aus, dessen Bedeutung die wenigsten auf ihrem Radar haben: Einsamkeit.
Diese ist nämlich schädlicher als

  • das Rauchen von 15 Zigaretten am Tag,
  • Fettsucht,
  • keinen Sport zu betreiben.
zwischenmenschliche beziehungen halten gesund
Beziehungen zu anderen halten uns gesund

Dies ging aus einer Aufsehen erregenden Metastudie hervor, die Sie hier einsehen können: https://is.gd/wbbhzw

Sinnstiftende, bedeutsame Verbundenheit ist nur in der physischen Begegnung mit anderen erlebbar. Folglich sind physische Treffen, gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten und die dabei erfolgenden Interaktionen unerlässlich für unser Wohlbefinden. a

Für junge Menschen ist der Suchtfaktor – tatsächlich wird bei jedem erhaltenen Facebook-Like eine kleine Dosis Dopamin ausgeschüttet – so hoch, dass sie es kaum ertragen, ihr Handy eine halbe Stunde unbeachtet zu lassen. Der Anblick von gemeinsam an einem Tisch essenden Personen, von denen jede auf einen Bildschirm starrt, sollte als Mahnung verstanden werden. Ich hoffe, dass die Gesellschaft derartige Angewohnheiten eines Tages genauso bewerten wird wie das Rauchen: Man kann es machen, aber es ist weder besonders förderlich noch klug.

Hier ein paar Strategien zur Vermeidung von sozialer Isolation:

  • Nehmen Sie an einer Teamsportart teil. Hier gibt es Gruppeninteraktion, Bewegung und Spaß im Kombi-Paket. Wer gemäßigte Action bevorzugt, geht in einen Yoga- oder Qigong-Kurs oder macht zusammen mit anderen einen Waldspaziergang. Wenn Sie noch keinen Anschluss haben, fragen Sie in einer Facebook Community nach Gleichgesinnten oder besuchen Sie die Selfhealing.Academy.
  • Laden Sie wieder einmal Freunde oder Familienmitglieder zu sich ein – am besten regelmäßig. In der Folge werden Sie dann selbst eingeladen, und auf diese Weise ergeben sich mehrere Treffen pro Woche.
  • Besuchen Sie andere Menschen, die möglicherweise einsam sind, zum Beispiel im Krankenhaus, Kinderheim oder in einer Senioren-Residenz. So bekommen Sie nicht nur soziale Interaktion, sondern erfahren darüber hinaus auch noch die Dankbarkeit von denjenigen, die Sie solcherart überraschen.
  • Legen Sie sich einen Hund zu! Auf diese Weise kreieren Sie zwei förderliche Umstände: einerseits ein Lebewesen, das laufend Ihre Zuwendung braucht, andererseits Kontakte zu anderen Hundebesitzern.
  • Begeben Sie sich in unberührte Natur – notfalls auch alleine. Entsprechende Experimente zeigen, dass das Erleben der Natur uns zu freundlicheren, kontaktfreudigeren und hilfsbereiteren Menschen macht als die Betonwüste der Stadt. Sie werden also offener gegenüber anderen, was eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, die eigene Einsamkeit zu überwinden. Natur wirkt überhaupt ausschließlich positiv auf Ihr Leben, weshalb ihr nicht zuletzt deshalb in diesem Buch ein eigenes Kapitel gewidmet ist.
  • Engagieren Sie sich ehrenamtlich in einem Verein oder einer Kirchengemeinschaft.

Ein Kommentar

  1. Meine Ansicht zu diesem Thema…..die meisten Menschen sterben nicht an einer Krankheit, sondern an Einsamkeit, sofern man das nicht auch als Krankheit bezeichnen kann!!

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