loslassen & verzeihen

Die Kunst des Loslassens (Ho’oponopono)

Ein Beitrag von Gerald Hagler, Autor & Selbstheilungs(kräfte)-Trainier

Die zentralen Ideen aus diesem Artikel:

  • Der Wunsch, ohne jegliche emotionale Verletzungen durchs Leben zu kommen ist verstehbar, aber unrealistisch. Wir alle müssen in der einen oder anderen Form damit zurechtkommen.
  • Zorn und Rachegedanken beeinflussen die Körperchemie dauerhaft.
  • Emotionale Verletzungen können losgelassen werden, auch wenn der Verursacher keine Reue zeigt, oder bereits verstorben ist.
  • Die Fähigkeit zu vergeben kann trainiert werden.
  • Es gibt eine Reihe von Ritualen, die das Loslassen von unerfreulichen Erinnerungen ermöglichen. Eines der bekanntesten ist Ho’oponopono, das jahrtausendealten Hawaiianischen Traditionen entstammt und bis heute praktiziert wird.
  • Die Idee, dass derjenige, der mich verletzt hat, gar nicht anders konnte, weil er “emotional behindert” ist, kann äußerst hilfreich sein. Sie würden jemandem, der im Rollstuhl sitzt, auch keinen Vorwurf daraus machen, dass er das Feuer im ersten Stock nicht verhindern konnte.

INHALTSVERZEICHNIS:

Die Wissenschaft des Loslassens
Ho’oponopono – Tradition, New-Age-Hype oder Geschäftemacherei?
Das echte Ho’oponopono – damals & heute
Ho’oponopono als Selbsthilfe-Prozess
Die 3 zentralen Elemente des Ho’oponopono 
Das Taoistische Vergebungsritual


“Zorn hat seine Gründe, aber selten einen guten.”

Benjamin Franklin, Poor Richard’s Almanac



Die Wissenschaft des Loslassens

Der amerikanische Psychiater Dr. Robert Enright ist so etwas wie der Guru des Verzeihens. Er gründete bereits 1985 das “International Forgiveness Institute” und ist Autor zahlreicher Studien sowie des Buches “Vergebung als Chance”.

Die Quintessenz aus Enrights Werk ist:

Verzeihen ist gut für Ihre Gesundheit.

Sind Sie in einem idealen Gesundheitszustand, dann sind Ihre Kortisol- und sämtliche anderen Blutwerte unauffällig, also im grünen Bereich. Alle diese Parameter werden unter anderem durch Festhalten an Groll, Zorn und Rachegedanken negativ beeinflusst. Sie geraten dann leicht in einen Strudel aus Bitterkeit, Vorwürfen, Reue, Depression, Schlaflosigkeit, Grübeln und körperlichem Unwohlsein etc. Kurzum, Sie fühlen sich in einer Opferhaltung gefangen.

Ho'oponopono

Der erste Schritt eines gelungenen Verzeihungsprozesses ist laut Enright die bewusste Entscheidung, aus dieser Opferrolle ausbrechen zu wollen. Erst wenn erkannt wird, dass der Zorn, die Rachegedanken, die Bitterkeit und all die anderen negativen Emotionen lediglich tiefer in den eigenen emotionalen Abgrund führen, kann eine Transformation angestoßen werden. Der Energieaufwand dafür kann zwar beträchtlich sein, der entscheidende Punkt ist aber: Sobald die Entscheidung gefällt ist, dem verletzenden Ereignis Schritt für Schritt die Strahlkraft in die Gegenwart entziehen zu wollen, beginnt der Heilungsprozess.

Durch den Akt der Vergebung entscheiden wir uns, keine weitere Lebensenergie an ein Ereignis mehr zu verschwenden, das in der Vergangenheit liegt und damit unveränderbar ist. Wir haben daher keine andere Wahl, als die Einstellung zu diesem Ereignis zu verändern. Wir können von der widerfahrenen Ungerechtigkeit besessen bleiben, oder wir können uns durch Loslösen von dem Ereignis und allen damit verbundenen Implikationen auf die Gegenwart befreien.

Dr. Fred Luskin, der ebenfalls wissenschaftlich zum Thema Vergebung forscht, hat in zahlreichen Versuchen unter anderem herausgefunden, dass Vergebungsarbeit blutdrucksenkend wirkt, und zwar besonders bei Menschen, die angeben, leicht oder oft verärgert zu sein.

“Der Vergebungsprozess ist keine Therapie, sondern eine Fähigkeit, die trainierbar ist.”

Dr. Fred Luskin

Laut Luskin hilft es, von der Vorstellung abzuweichen, dass wir ein Recht darauf haben, ohne die kleinste emotionale Schramme durchs Leben zu kommen. Dies sei unrealistisch, vielmehr würden alle Menschen im Laufe ihres Lebens Verletzungen in der einen oder anderen Form erleiden. Daher sei es weise, sich darauf zu konzentrieren, wie man trotz all der Ungerechtigkeit da draußen mental im Lot bleiben könne.

Hier die wichtigsten Schritte des Vergebens nach Fred Luskin:

1.    Machen Sie sich Ihre Gefühle bewusst. Was exakt hat sich verletzend angefühlt? Sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber.

2.    Die Vergebungsarbeit führen Sie für sich allein durch – für niemanden sonst. Schreiben Sie auf, welche Schritte dafür notwendig sind.

3.    Erwarten Sie keine Versöhnung. Was Sie suchen, ist das Gefühl, ein Ereignis hinter sich gelassen zu haben und damit Frieden geschlossen zu haben.

4.    Der Schmerz wird zumeist durch den bloßen Gedanken an die Verletzung ausgelöst und nicht durch das Ereignis selbst, das in aller Regel länger zurückliegt. Und die eigenen Gedanken unterliegen der bewussten Kontrolle.

5.    Lernen Sie, aktiv und bewusst zu entspannen, beispielsweise über Tiefenatmung.

6.    Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie unmittelbar beeinflussen können. Hören Sie auf, Handlungen von anderen zu erwarten, die diese nicht bereit sind auszuführen. Beeinflussbar sind allein Ihre Reaktionen und Gedanken, nicht die der anderen.

7.    Schauen Sie nach vorn. Anstatt dem Schmerz wieder und wieder Raum und dadurch dem Täter Macht über Sie zu geben, suchen Sie die Gegenwart positiver Menschen und widmen sich aufbauenden Aktivitäten. Es gibt jede Menge Liebe, Schönheit und Herzlichkeit da draußen. Öffnen Sie Ihren Blick dafür.

“Vergiss Zorn und Rache und geh weiter.”

– Christopher Matthews

Clemens Kuby, Filmemacher, Autor und Erfinder der Methode des “Um-Schreibens” empfiehlt, ein verletzendes Ereignis schriftlich so umzuformulieren, dass alle negativen Elemente wegfallen und so daraus eine neutrale Erinnerung wird. Die Details dazu finden Sie in Seinem Buch “Mental Healing”

Auch Kurt Tepperweins Empfehlung zu verletzenden Ereignissen geht in diese Richtung:

“Die Vergangenheit ist für immer vergangen. Durch mentales Um-Erleben entziehe ich einer schmerzhaften Erfahrung die Möglichkeit, negativ auf die Gegenwart einzuwirken. Alles was zu tun ist, ist diese Um-Erlebte Situation wieder und wieder mental durchzuspielen, bis die alte überschrieben ist. So wird zwar nicht das Ereignis verändert, aber die Art und Weise, wie es mich heute beeinflusst.”

Diese Technik des mentalen Umgestaltens findet sich auch in uralten Traditionen wieder. In der Folge werde ich Ihnen zwei davon näher beschreiben:

Ho’oponopono – Tradition, New-Age-Hype oder Geschäftemacherei?

Der Grund dafür, dass das Thema meine Aufmerksamkeit erregte und damit den Weg in dieses Buch fand, ist eine fantastisch anmutende Story von einem Hawaiianischen Psychologen namens Dr. Ihaleakala Stanley Hun Len, der mit Hilfe von Ho’oponopono ein kleines Wunder vollbracht haben soll.

Dr. Len war als Psychologe in einer Gefängnisanstalt für geistig gestörte Straftäter beschäftigt. In der vom ihm betreuten Abteilung gab es 24 Insassen. Diese mussten oft fixiert und ruhiggestellt werden, da sie sonst unberechenbar und gefährlich waren. Die Abteilung war nicht gerade das, was man sich unter einem Traum-Arbeitsplatz vorstellte. Nachdem Dr. Len dort drei Jahre lang tätig gewesen war, konnten angeblich alle Insassen als geheilt entlassen und die Abteilung geschlossen werden.

Dr. Len erklärte, er habe dies durch die Anwendung von Ho’oponopono erreicht, und zwar ohne dass er dafür einen einzigen Patienten habe persönlich konsultieren müssen. Über die Krankenakten gebeugt habe er lediglich Tag für Tag und über drei Jahre hinweg das folgende Mantra wiederholt:

“Ich liebe Dich.

Es tut mir leid.

Bitte vergib mir.

Danke.”

Dr. Len geht davon aus, dass ein Mensch für alles, was er erlebt, zu 100 Prozent verantwortlich ist, also auch für die negativen Handlungen, Emotionen und Leiden anderer.

Mit seinem Mantra würde es gelingen, nicht nur diese damit verbundenen eigenen negativen Gefühle, sondern auch die darin involvierten Menschen zu heilen. Wenn man also das Mantra kontinuierlich wiederholen und die darin enthaltenen Gedanken ehrlich fühlen würde, könne es gelingen, die (eigene) Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Der Erfolg komme dadurch zustande, dass alles eins sei, dass also ein Gefühl, das ich in mir heile, auch den Menschen heile, der dieses Gefühl in mir ausgelöst hat.

Ich habe es trotz umfangreicher Recherche nicht geschafft, einen Bericht eines der damaligen Insassen oder anderer damaliger Gefängnismitarbeiter ausfindig zu machen, der diese Behauptungen bezeugt. Auch hat weder Dr. Len noch einer seiner Nachfolger und Schüler seinen angeblichen Erfolg je andernorts wiederholt. Für mich persönlich werden bahnbrechende Entdeckungen erst dann glaubwürdig, wenn diese replizierbar sind.

Dazu kommt, dass die einzigen Zeitzeugen von damals, die sich öffentlich zu Wort gemeldet haben, sich eher skeptisch zum Wahrheitsgehalt der Story von Dr. Len äußerten.

Wenn man sich nur oberflächlich mit dem Thema befasst, kann man den Eindruck gewinnen, das Len-Mantra würde mit der “Ho’oponopono” Technik gleichzusetzen sein. Doch auch wenn dies wieder und wieder verbreitet wird, macht es die Sache nicht wahrer.

Die Entwicklungsgeschichte des modernen Ho’oponopono gründet auf der Arbeit von Morrnah Simeona und begann in den späten 1970er Jahren. Der eine oder andere Wegbegleiter Simeonas versuchte nach ihrem Tod, ihre Lehre unter exklusiver Marke in Form von Büchern, vor allem aber Seminaren zu Geld zu machen. Einen von ihnen, Dr. Len, hatte ich bereits erwähnt.

Untereinander sind praktisch alle diese Personen bitter verfeindet und zweifeln die Rechtmäßigkeit, mitunter auch den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Mitbewerber öffentlich an. Auf ihren Webseiten finden sich prominente und zum Teil abenteuerliche Warnungen, die Ho’oponopono-Inhalte, welche man exklusiv für sich beansprucht, in irgendeiner Weise zu verwenden. Überhaupt sei nur das als das echte Ho’oponopono zu bezeichnen, was man selbst lehre.

Die oben erwähnte Gefängnis-Story von Dr. Len und seinem Vierzeiler wurde fast 15 Jahre später vom amerikanischen New Age-Autor Joe Vitale, der sich selbst als “Buddha des Internets” bezeichnet, unter dem Titel “Zero Limits” als Buch veröffentlicht.

Dieses wurde in mehrere Sprachen übersetzt und hunderttausendfach verkauft. Schon kurze Zeit später fanden sich in vielen Ländern Seminarangebote und Workshops rund um Ho’oponopono und das Len-Mantra.

Ein deutscher Anbieter von Ho’oponopono-Workshops weist gleich bei der ersten Kontaktaufnahme darauf hin, dass den öffentlich verfügbaren Originalversionen ein wesentliches Element fehle, über das nur in den eigenen Workshops gesprochen werde. Außerdem käme “schlechtes Karma” über jeden, der sich online verfügbare Informationen von Ho’oponopono nach Morrnah Simeona zu eigen machen würde.

Es ist selbstverständlich jedem überlassen, sich dazu seine eigene Meinung zu bilden. Ich persönlich halte das allerdings für eine recht merkwürdige Art, sich als ‘Profi’ in den Themenbereichen Spiritualität, Heilung und Vergebung zu präsentieren.

Sollten Sie durch das Praktizieren des Len-Mantras eine Steigerung Ihrer Lebensqualität erfahren, so will ich Sie in keiner Weise davon abhalten, es (weiterhin) anzuwenden. Sie sollten sich nur bewusst sein, dass diese Vorgehensweise – auch wenn sie in unzähligen Webseiten, Blogs und Youtube-Videos Erwähnung findet – kaum noch etwas mit der ursprünglichen Idee von Ho’oponopono zu tun hat.

Loslassen mit Ho'oponopono
Entscheidend für Heilung: Loslassen & Verzeihen

Das echte Ho’oponopono – damals & heute

Ho’oponopono bedeutet „etwas zu berichtigen oder zu versöhnen“. Es ist eine jahrhundertealte, auf den Inseln von Hawaii praktizierte Form der Mediation. Man ging davon aus, dass sich innere Disharmonien auch immer im Außen manifestieren und so einen einzelnen Körper, aber auch eine ganze Gemeinschaft stören können.

Ziel ist es, sich ankündigende oder bereits manifestierte Probleme, also auch Krankheiten, zu verhindern, beziehungsweise aufzulösen.

Bemerkenswert ist, dass Hawaiianische Gerichte für manche Fälle den Ho’oponopono-Prozess auch heute noch vorschreiben, um außergerichtliche Einigungen zu erreichen.

Es war ursprünglich ein Vorgang, im Zuge dessen Mitglieder einer Gruppe – meist einer Familie – zusammenkamen. Der Mediator, auf Hawaiianisch Haku genannt, war traditionell ein angesehener Ältester.

Heute gibt es eigene Ausbildungen zum Haku, sodass es auch möglich ist, eine außenstehende Person als Mediator einzusetzen. Vor dem eigentlichen Zusammentreffen betet der Haku. Er ruft unter anderem verstorbene Ahnen an, dem Prozess beizuwohnen und diesen zu unterstützen und gegebenenfalls auch ihren Einfluss auf das Ereignis loszulassen.

Während des Ho’oponopono ist es notwendig, 100% ehrlich zu sein und eine Lösung als Ziel des Ganzen im Auge zu haben. Es ist nicht gestattet, emotional oder laut zu werden. Falls dies passiert, wird die Sitzung unterbrochen, und die Beteiligten bekommen Zeit, wieder in ihre Mitte zu gelangen. Unterstützt wird dies unter anderem mit Atemübungen und bestimmten Ritualen.

Der Haku hat die Aufgabe, auch verdeckte, unbewusste Aspekte des Problems zu identifizieren und anzusprechen – alles muss vor der ganzen Gruppe auf den Tisch. Das Ziel des Ho’oponopono ist, dass sich die Konfliktparteien am Ende gegenseitig – also nicht nur in eine Richtung – aufrichtig verzeihen. Dies darf nun ausgesprochen emotional ablaufen. Wenn alle das Gefühl haben, dass das Problem gelöst ist, wird beschlossen, es nicht mehr anzusprechen. Ein gemeinsames Mahl bildet das Ende des traditionellen Ho’oponopono.

Der ganze Prozess war durch sehr starre Regeln und Prozeduren charakterisiert. So musste sich beispielsweise jede der eingeladenen Personen die gesamte für den Ho’oponopono anberaumte Zeit freihalten, durfte die Versammlung unter keinen Umständen verlassen und war somit oft mehrere Tage und manchmal sogar Wochen vollständig in Anspruch genommen.

Diese Video Produktion der Selfhealing Academy ist auch als Mp3 download erhältlich (mit zusätzlicher Datei, die das „Fest danach“ symbolisiert)

Ho’oponopono als Selbsthilfe-Prozess

Ab den 1970er Jahren hat Morrnah Simeona (1913 – 1992), eine anerkannte Kahuna (ein Kahuna ist eine Art Schamane, der “mit Worten heilt”) den Ho’oponopono-Prozess dahingehend weiterentwickelt, dass dieser alleine angewandt werden konnte.

Morrnah Simeona war ursprünglich Expertin in der traditionellen hawaiianischen Lomi Lomi-Massage, die sie in verschiedenen Luxushotels auf Hawaii praktizierte. Sie war eine bescheidene, aber weltoffene Frau, die sich auch intensiv mit christlicher, indischer und chinesischer Philosophie beschäftigte. Die Kombination von Hawaiianischer Tradition und einem göttlichen Schöpfer, sowie das Einbinden von Wiedergeburt und Karma in diverse Problemstellungen resultierte in einem recht einzigartigen Selbstheilungsvorgang, in dessen Zentrum das Auflösen von negativen Verstrickungen steht. Der Akt des Verzeihens und Loslassens spielt dabei die Hauptrolle.

Hawaiianische Traditionalisten merkten an, dass echtes Ho’oponopono ein Gruppenprozess sei, weshalb ihre Version diesen Namen nicht mehr verdiene.

Vergleicht man jedoch die ursprüngliche und Simoneas Version von Ho’oponopono im Detail, so stellt man fest, dass die wesentlichen Elemente in beiden vorhanden sind, nämlich der Wille, eine Disharmonie auszugleichen, aufrichtiges Verzeihen und schließlich das Loslassen des Themas.

Die revolutionäre Idee Simeonas ist, dass der/die Durchführende auch in die Rolle der Gegenpartei schlüpfen und von da aus die notwendigen Schritte durchführen kann. Sie hat so aus einem komplexen Gruppenprozess eine Psycho-Spirituelle Selbsthilfe-Methode gemacht.

Die Lösung von Problemen und das Heilen von Krankheiten wurde möglich, ohne an die starren Regeln oder die Versammlung bestimmter Parteien, wie es die traditionelle Version fordert, gebunden zu sein.

Mit 14 Schritten ist es allerdings immer noch ein komplexer und zeitaufwendiger Vorgang, und die teilweise holprige Übersetzung aus dem Hawaiianischen ins Englische macht das Verstehen nicht einfacher. In der Praxis werden deshalb meist nur die 3 zentralen Elemente ausgeführt.

Die 3 zentralen Elemente des Ho’oponopono 

Erstes Element:

Vorbereitendes Gebet, gerichtet an die göttliche Kraft (bzw. das Überbewusstsein)

Ziel: Vergebung von vergangener oder karmischer Schuld

“Göttlicher Schöpfer, falls ich, meine Verwandten oder Ahnen Dich jemals durch Gedanken, Worte oder Taten beleidigt oder gekränkt haben sollten, so bitte vergib uns jetzt. Reinige, löse und durchtrenne alle ungewollten Energien, die wir seit dem Anbeginn der Zeit erschaffen, angehäuft oder zugelassen haben. Bitte verwandle alle ungewollte Energie in pures Licht. Wir sind jetzt befreit. Und es ist vollbracht!”

Beim Ausspruch von “Und es ist vollbracht” hört das Wollen der Person auf und fängt das Wirken der göttlichen Kraft an.

Zweites Element:

Die Streitparteien treten sich in wohlwollender Atmosphäre gegenüber. Das Ziel ist es, alle Negativität durch gegenseitiges Verzeihen aufzulösen, wobei die Rolle des Gegenübers einfach selbst übernommen wird.

Teil A: Ich bitte um Vergebung und Auflösung aller Negativität

Falls ich (hier den eigenen Namen einfügen), meine Verwandten oder Ahnen Dir, (hier den Namen des Menschen, mit dem ein Konflikt besteht einfügen) jemals Unrecht getan haben sollten durch Gedanken, Worte oder Taten, so bitte ich Dich demütigst: Bitte vergib mir alle Fehler, Beleidigungen, Verurteilungen, Zurückweisungen und Schuld, die ich erschaffen, angehäuft oder zugelassen habe vom Anbeginn der Zeit bis zum heutigen Tag.”

Teil B: Ich vergebe anderen. Alles Unrecht, das ich erfahren habe, wird aufgelöst.

“Ja, ich vergebe Dir! Mach, dass uns das Wasser des Lebens loslöst von allen spirituellen, geistigen, materiellen, finanziellen und karmischen Verstrickungen. Auf dass alle ungewollten und negativen Erinnerungen aus unserem Gedächtnis gelöscht seien und sämtliche Blockaden der Vergangenheit aufgelöst werden. Alle negative Energie wird hiermit gereinigt und in pures Licht verwandelt. Reines, göttliches Licht fließt nun dorthin, wo vorher Schmerz war, und löst alles Ungewollte auf. Hiermit manifestieren wir göttliche Ordnung, Licht, Liebe, Friede, Balance, Weisheit, Verstehen und Fülle. Wir sind befreit. Und es ist vollbracht.”

Haben Sie Teil A und Teil B absolviert, dann schlüpfen Sie jetzt in die Rolle der Gegenpartei und spielen beide Teile nochmals aus deren Sicht durch.

Die Heilung und Problemlösung erfolgt über das Unterbewusstsein aller beteiligten Parteien.

Anmerkung: Anstatt einer anderen Person kann auch ein Ort, Gegenstand oder eine Situation eingesetzt werden, die Heilung bedarf. Das Gebet könnte also zum Beispiel auch

  • an einen Körperteil gerichtet sein,
  • oder an eine Gottheit
  • helfen, unbefreite, erdgebundene Seelen ins Licht zu entlassen
  • jede Art vom Trauma auflösen
  • finanzielle Engpässe auflösen

Drittes Element:

Loslösung. Das Thema wird als erledigt betrachtet und kann nun losgelassen werden:

“Göttlicher Schöpfer, ich, meine Verwandten und Ahnen lösen uns jetzt von dem soeben gereinigten und geheilten Thema sowie allen daran beteiligten Personen. Auf dass alle Verstrickungen durchtrennt werden. Wir sind frei. Und es ist vollbracht.”

Wer sich für die Originalfassung mit allen 14 Schritte von Morrnah Simeona interessiert, findet diese über eine Google-Suche (in englischer Sprache).

Das Taoistische Vergebungsritual

Ich möchte aber auch noch eine etwas simplere Alternative zu Ho’oponopono vorstellen:

In der taoistischen Philosophie ist es wichtig, dass der Schüler in der Lage ist, seinen “Trüben Geist” in “Hellen Geist” umzuwandeln.

loslassen & verzeihen
Loslassen & Verzeihen: tun Sie es sich selbst zuliebe!

Verantwortung übernehmen 

Um die spirituelle Energie zu transformieren, muss sich der Schüler bewusst dafür entscheiden, für all seine Taten, sowie auch unterlassene Handlungen verantwortlich zu sein. Dies ist unabdingbar, wenn alle energetischen Verbindungen zu einer einschneidenden Lebenssituation des Schülers gekappt werden sollen.

Vergangenheit testen

Durch eine simple mentale Übung können Sie feststellen, ob eine der “alten Geschichten” Ihrer Vergangenheit noch aktiv ist und negativ auf Ihre Gegenwart einwirkt und damit kostbare Lebensenergie verbraucht.

Holen Sie eine Situation, durch die Sie in der Vergangenheit verletzt oder traumatisiert wurden, vor Ihre geistige Filmleinwand. Spielen Sie den Film ab und beginnen Sie darüber zu sprechen. Wenn in Ihrem Körper jetzt bestimmte emotionale Muster auftreten, die üblicherweise gut in der Stimme zu hören und im Gesicht zu abzulesen sind, saugt diese Geschichte immer noch wertvolle Energie ab.


Die energetische Verbindung zu einem Ereignis kappen

Der Taoismus kennt drei Körper, den physischen, den mentalen und den spirituellen Körper. Um ein negatives Ereignis ein für alle Mal aufzulösen, muss die energetische Verbindung dazu in allen drei Energiekörpern aufgelöst werden. Dies geschieht durch die folgenden Schritte:

Verzeihen Sie sich selbst:

Lassen Sie zuallererst alle mentalen und emotionalen Vorwürfe los, die sich um ein eigenes Verschulden drehen. Typischerweise sind dies immer wieder auftretende Autosuggestionen, die mit “Hätte ich damals nur…” beginnen.

Sie schwören nun, jedwede Reue und Selbstanklage bezüglich der betreffenden Geschichte loszulassen.

Verzeihen Sie der Situation:

Lassen Sie als Nächstes alle Bindungen an Schuld und Schuldgefühle los, die immer noch energetisch mit der “Situation“ verbunden sind, das heißt, die Umstände, die das Geschehen umgaben.

Verzeihen Sie dem Täter:

Lassen Sie jetzt alle Anklagen, Beschuldigungen und Vorwürfe an andere involvierte Personen los. Denken Sie daran, dass jeder Mensch immer in der Überzeugung handelt, gerade in diesem Augenblick das Richtige zu tun. Wenn Sie es mit einer “emotional behinderten” Person zu tun haben, dann wird klar, dass eine faire, gerechte und menschliche Reaktion nicht zu erwarten war und ist. Vergeben Sie ungeachtet aller Begleitumstände, denn am Ende tun Sie es für Ihren eigenen Seelenfrieden und Ihre Gesundheit.

Vergeben Sie Gott:

Entlassen Sie Gott, oder was immer Sie als göttliche Quelle bezeichnen, aus seiner “Verantwortung”, Unheil von Ihnen fern zu halten. Wir lernen ausschließlich durch das Erfahren, Durchleben und Transformieren negativer Umstände. Mit Ihrem Verstand können Sie die Ihnen zugeteilten Lebensaufgaben und die daraus resultierenden Ereignisse nicht begreifen.

Verständnis und Dankbarkeit für die gelernten Lektionen:

Sobald der Schüler wirklich vergeben kann, wird er sich von der “Geschichte”, die das Trauma hervorgerufen hat, befreien und in der Lage sein, für die Erfahrung und die wertvollen Lektionen, die er gelernt hat, echte Dankbarkeit zu empfinden. Dieser “erwachte Zustand” verwandelt die dunkle spirituelle Energie (Yin Shen), das die alten Erinnerungen umgibt, in helle spirituelle Energie (Yang Shen), die dann als spirituelle Energie (Ling Qi) und spiritueller Geist (Ling Shen) kultiviert und verfeinert werden kann.

Von der Methode abgeleitete Techniken zur Unterstützung von Heilung:

  • Führen Sie Ihr favorisiertes Vergebungsritual so lange durch, bis jeglicher Zorn und Ärger verschwunden sind und verletzende Ereignisse so keine Strahlkraft mehr auf Ihr Leben im Hier und Jetzt haben.
  • Halten Sie sich vor Augen, dass es auch „emotional behinderte“ Menschen gibt, von denen Einsicht, Reue oder Bereitschaft zur Versöhnung nicht zu erwarten ist. 

So funktioniert Selbstheilung

Weitere spannende Selbstheilungs-Impulse findest Du im Buch So funktioniert Selbstheilung
von Selbstheilungs Coach Gerald Hagler


Details zum Buch

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